Nachruf auf Gerd Koppers (1947–2024)

Am 12. August 2024 verstarb nach schwerer Krankheit Gerd Koppers, der langjährige Vorsitzende des Kuratoriums der Emilie und Hans Stratmans-Stiftung. Bereits bei der Gründung im Jahr 2007 hatten die Stifter ihm dieses für die Arbeit der Stiftung zentrale Amt übertragen, das er bis 2022 innehatte.

Spätestens nach dem Tod der Eheleute Stratmans (2013/2015) wurde diese Aufgabe für den pensionierten Finanzbeamten zu einem Vollzeitengagement, das er im selbstgewählten Unruhestand mit großer Leidenschaft wahrnahm. Für ihn war das Ehrenamt immer auch Ausdruck von Pflichterfüllung gegenüber den Stiftern und ihrem Vermächtnis, das Haus Ingenray, die Sammlung kulturhistorischer Schätze und die Verwaltung des Stiftungsvermögens umfasste.

In das Stiftungskuratorium war er insbesondere als Finanzexperte berufen worden (mit leichter Ironie nannte er sich selbst häufiger „Finanzer“). Seine Kenntnisse des Rechnungs- und Steuerwesens brachte er ebenso ein wie seine Erfahrung als erster Geschäftsführer des Historischen Vereins für Geldern und Umgegend, als der er von 1979 bis 2022 tätig war. Nach dem Tod von Hans Stratmans übernahm Koppers 2016 den Vorsitz im Kuratorium.

Mit Stratmans teilte Koppers die Begeisterung für die Geschichte des Herzogtums Geldern und des Niederrheins sowie für Kupferstiche und historische Münzen. Nach dem Tod des Stifters setzte er sich für weitere Ankäufe in diesen Sammlungsbereichen ein und handelte damit ganz im Sinne von Stratmans, der gewünscht hatte, Lücken in seiner Sammlung zu schließen.

Besonders große Verdienste erwarb sich Koppers beim Umbau von Haus Ingenray. Nach dem Willen der Stifter sollte das private Anwesen in ein öffentlich zugängliches Museum mit Archiv und Tagungszentrum umgewandelt werden. Mit seiner Expertise in Finanzfragen und der ihm eigenen Beharrlichkeit trug Koppers dazu bei, Fördermittel in Höhe von fast einer Million Euro bei Bund, Land, NRW-Stiftung und Landschaftsverband Rheinland einzuwerben.

Für seinen langjährigen Einsatz in der Stratmans-Stiftung, im Historischen Verein für Geldern und Umgegend, im Martins-Komitee und im Verein Eintracht wurde er mit hohen Auszeichnungen bedacht, darunter dem Rheinlandtaler des Landschaftsverbandes Rheinland und dem Bundesverdienstkreuz. Leider machte eine schwere Erkrankung die meisten seiner Pläne für den Ruhestand schon bald zunichte. Mehr Zeit mit seiner Frau, den Kindern und Enkelkindern zu verbringen, war ihm, dem die Familie stets sehr viel bedeutete, nicht vergönnt.

Mit Gerd Koppers verliert die Stratmans-Stiftung eine integre Persönlichkeit, einen zupackenden Pragmatiker mit Ecken und Kanten, der zugleich eine sensible Seite hatte. Verzögerungen und Probleme während des Umbaus bereiteten ihm manches Mal schlaflose Nächte; am nächsten Tag aber spornten sie ihn nur noch stärker an. Dabei war er sich auch im fortgeschrittenen Alter nicht zu schade, wenn nötig selbst einmal Hand anzulegen oder zu später Stunde auf Haus Ingenray nach dem Rechten zu sehen, wenn die Alarmanlage ausgelöst wurde.

Durch sein Engagement und seine fachliche Kompetenz hat Gerd Koppers die Entwicklung von Haus Ingenray vorangetrieben. Sein weichenstellendes Wirken wird sicherlich als bleibendes Kapitel in die lange Geschichte des spätmittelalterlichen Herrenhauses Ingenray eingehen.

Matthias Schrör