Die Synagoge

 

Am 27.,28. und 29. August 1875 wurde die Synagoge eingeweiht. Doch schon in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 steckte man diese in Brand. Es war eine als Aufruf  konzipierte Aktion, die von  vielen Nazis geradezu herbeigesehnt wurde. Nach Mitternacht verschafften sich fünf zivilgekleidet SA-Leute Zugang zur Synagoge am Nordwall und setzten sie mit Stroh, Brennholz und Teer in Brand. Die hinzugezogene Feuerwehr durfte diesen gefährlich Brand aber nicht löschen. Sie durften nur die Nachbarshäuser schützen, falls dort ein Brand entstehen würde. Der Synagogenvorsteher  Adolph Passmann las am nächsten Morgen eine Handvoll liturgischer jüdischer Bücher aus dem rauchenden Schuttberg auf. Nun musste er wahrscheinlich den Steinhaufen nebst Grundstück nach der am 3.Dezember 1938 Rechtskraft erhaltenden „Verordnung über den Einsatz des Jüdischen Vermögens“ einem Erwerbswilligen übergeben. Als neuer Eigentümer entpuppte sich die Firma Krüger, die 1937 in Geldern eine Vulkanfiberproduktionsstätte eröffnet hat. Das noch heute im Besitz der Firma Krüger befindliche freie Grundstück der Synagoge wurde wegen der Bedeutung für die Ortsgeschichte 1993 vom Rheinischen Amt für Bodendenkmalpflege Bonn bei der Unteren Denkmalbehörde Geldern in die Liste der zu schützenden Bodendenkmäler eingetragen. Zur Zeit erinnert  lediglich ein Gedenkstein des Historischen Vereins der Stadt Geldern schräg gegenüber des Firmengeländes an die Synagoge. Es bleibt zu hoffen, dass nicht nur ein Hinweisschild angebracht wird, sondern vielleicht auch eine archäologisch fachliche Ausgrabung vorgenommen werden kann, die auf unklare Fragen Antwort gibt, z.B. ob sich eine Mikwe (rituelles Bad) bei der Synagoge befunden hat, wie nicht zu Unrecht vermutet wird. Wahrscheinlich ist sie noch im Boden erhalten.

Das Innere der Synagoge