Vorträge

   
SEPTEMBER

MO 29. September 2008, 20.00 Uhr
Tonhalle der Kreismusikschule, Boeckelter Weg 2, Geldern
Vortrag: Heinz Bosch
Geldern im Wandel der letzten Jahrzehnte

In den letzten Kriegsmonaten 1944/45 hatten alliierte Bomber Geldern nahezu vollkommen zerstört. Der Wiederaufbau der Stadt war gegen Ende der sechziger Jahre abgeschlossen. In dem genannten Zeitraum setzten schon eine Sanierung und ein Abriss der noch erhalten gebliebenen Gebäude ein.

Zahlreiche ältere Bauten, die bisher das Stadtbild geprägt hatten, mussten einer neuen baulichen Entwicklung weichen. Die Stadtkernsanierung, die Anlage breiterer Straßen und neuer Plätze als auch die Modernisierung der Bausubstanz riefen tiefgreifende Veränderungen im Stadtbereich hervor. Der Referent wird in seinem Lichtbildervortrag eingehend auf diesen Wandel im Gelderner Stadtbild eingehen.

OKTOBER

MO 20. Oktober 2008, 20.00 Uhr
Tonhalle der Kreismusikschule, Boeckelter Weg 2, Geldern
Vortrag: Dr. Peter Dohms
Rheinische Wallfahrten des 19. Jahrhunderts im Spannungsfeld von Kirche und Staat

Angesichts der Vielzahl der nachweisbaren Verehrungsstätten konzentrieren sich die Ausführungen auf die wichtigsten rheinischen Wallfahrten und Wallfahrtsorte. In Betracht kommen konkret die Hl.-Rock-Wallfahrten in Trier und die Heiligtumswallfahrten in Aachen sowie die jährlichen Wallfahrten nach St. Matthias in Trier, nach Klausen, Kevelaer und Neviges-Hardenberg. Die Darstellung umfasst den Zeitraum der Zugehörigkeit des Rheinlandes zum preußischen Staat in der Zeit von 1814/15 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges. Im Vordergrund stehen die konfliktreichen Phasen des sog., etwa die Jahre 1815-1840 umfassenden „Vormärz“ sowie die Epoche des unter Bismarck ausgefochtenen „Kulturkampfes“, als sich das rheinische Wallfahrtswesen den Verboten, Eingriffen und Behinderungen des protestantisch dominierten preußischen Staates ausgesetzt sah. Beide Krisenzeiten vermochten – wohl aufgrund des Beharrungsvermögens der rheinischen Katholiken – den rheinischen Wallfahrten keinen bleibenden Schaden zuzufügen, wie der im Wesentlichen gleich bleibende Bestand der jährlich durchgeführten, regelmäßigen Wallfahrtsprozessionen zeigt.

NOVEMBER

MO 10. November 2008, 20.00 Uhr
Tonhalle der Kreismusikschule, Boeckelter Weg 2, Geldern
Vortrag: Dr. Eckart Lefringhausen
Mutterrecht und Vaterrecht - eine Darstellung ihrer historischen Entwicklung

Dieser Vortrag befasst sich mit der Entwicklung und dem Verfall des sog. Patriarchats, also der seit Jahrtausenden währenden bevorrechtigten Stellung des Mannes in der Ehe und Familie. Er legt die Entstehung dieses Vaterrechts auf das Ende der letzten Eiszeit vor etwa 10.000 Jahren, als die Menschen begannen, Tiere und Pflanzen zu züchten. Dieser Epoche war jedoch eine Zeit vorausgegangen, in der mutterrechtliche Vorstellungen vorherrschten, die der Frau einen hervorragenden sozialen Status als alleinige Trägerin der Fruchtbarkeit zuerkannten. Diese Vorstellungen wurden allmählich von solchen vaterrechtlicher Art abgelöst und sind bis auf abgelegene Restgesellschaften und Kulturen heute erloschen.

Die nunmehr vom Vaterrecht bestimmte Soziaordnung ging davon aus, dass der Mann alleiniger Verursacher der menschlichen Fortpflanzung sei, und der Frau insofern nur eine Hilfsfunktion zukomme. Diese Auffassung beeinflusste auch das Aufkommen von Kriegergesellschaften und die Entstehung des Staates. Sie wurde erst erschüttert, als seit dem 17. Jahrhundert die neue naturwissenschaftliche Forschung durch die Entdeckung der weiblichen Eizelle der Legitimation der männlichen Vormundschaft die biologische Grundlage entzog, und emanzipatorische Frauenbewegungen seit dem Ende des 18. Jahrhunderts eine Neubewertung der Stellung der Frau in Recht und Gesellschaft allmählich durchsetzten.

DEZEMBER

MO 1. Dezember 2007, 20.00 Uhr
Tonhalle der Kreismusikschule, Boeckelter Weg 2, Geldern
Vortrag: Prof. Dr. Irmgard Hantsche
Flüchtlinge, Asylanten und Neusiedler am Niederrhein vom 16. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts.

Der Vortrag geht der Frage nach, welche Motive Menschen vom 16. bis zum 20. Jahrhundert bewegten, sich am Niederrhein anzusiedeln. Der Schwerpunkt wird bei den Glaubensflüchtlingen (Exulanten) aus den Niederlanden liegen, die im 16. Jahrhundert Schutz und eine neue Lebensgrundlage am Niederrhein fanden, besonders in Wesel, dessen Konfessions- und Wirtschaftsstruktur von ihnen geprägt wurde. In diesem Zusammenhang werden auch die Mennoniten behandelt werden, die besonders in Krefeld zu einer Steigerung der gewerblichen Wirtschaftskraft beigetragen haben. Als Beispiele für Agrarkolonien wird der Vortrag ausführlich auf die Pfälzer am Niederrhein, besonders in der Gocher Heide, eingehen und dort lange ihre kulturellen Besonderheiten beibehielten, aber auch auf die Neusiedlungen, die nach dem Zweiten Weltkrieg im Reichswald bei Kleve angelegt wurden.
Einige Karten und Abbildungen werden den Vortragstext verdeutlichen und illustrieren.

Der Vortragsabend findet statt im Rahmen des Partnerschaftsabkommens zwischen dem Historischen Verein, der Stadt Geldern und der Universität Duisburg-Essen.