Der jüdische Friedhof in Geldern

1845 wurde ein Grundstück am Boeckelter Weg gekauft. Auf ihm sollten ein paar Jahre später die ersten Juden begraben werden.

Zu dieser Zeit mussten die jüdischen Einwohner in Geldern  noch auf dem jüdischen Friedhof  in Issum beerdigt werden. Die letzte Bürgerin aus Geldern wurde 1854 in Issum beerdigt.

Der Bürgermeister Graf Schmising-Kerssenbrock schrieb dazu folgendes:

„Der Umstand, dass durch Anlegung dieses neuen Begräbnisplatzes hierselbst die Ansiedlung von jüdischen Einwohnern noch vermehrt werde, welches freilich für die Gemeinde ein großer Nachteil ist, wird leider bei der Beurteilung dieser Frage nicht berücksichtigt werden können.“  (Zitat aus: Illustrierte Geschichte der Stadt Geldern 1848-1969 von Heinz Bosch, Seite 168)

Der Friedhof wurde aber trotzdem genehmigt.

Bei Ihrem Besuch des Friedhofs werden Sie vereinzelt Steine auf den Grabsteinen finden, sowie eine Schale mit vielen kleinen Steinen am Eingang. Dies ist ein alter jüdischer Brauch, der in den letzten Jahren durch einige Spielfilme (z.B. Schindlers Liste)  wieder aufgelebt ist und auch von Christen aufgenommen wird. Ein Ursprung dieses Brauches ist die Grabstätte alle Zeit vor wilden Tieren zu schützen.

 

1983 wurde die letzte jüdische Bürgerin Gelderns, Frau Selma Kleinbielen, auf dem jüdischen Friedhof  beerdigt.

 

 

 

 

 

 

Am 9. Juli 2002 entstand dieses Foto auf dem jüdischen Friedhof in Geldern.

 

Auf einem jüdischen Friedhof  findet man keinen Blumenschmuck, weil Blumen vergänglich sind. Die Grabsteine und Gräber bestehen für die Ewigkeit.